
Gefiederte Gäste zwischen Watt und Wasser
Wer am Wasser unterwegs ist und sich ein wenig Zeit nimmt, merkt schnell: An unseren Küsten und Gewässern ist ständig etwas los. Manche Vögel sind nur auf der Durchreise, andere gehören fast selbstverständlich zum Bild. Und jeder von ihnen scheint seinen ganz eigenen Platz gefunden zu haben.
Der Kormoran breitet auf einem alten, rostigen Pfahl seine Flügel aus. Eine typische Haltung: Nach dem Tauchen lässt er sein Gefieder trocknen und wirkt dabei fast wie ein Wächter über dem Wasser.
Nur wenige Meter weiter suchen kleine Watvögel zwischen Steinen, Muscheln und Schlick nach Nahrung. Hier lohnt sich der Blick nach unten. Was auf den ersten Blick wie eine unscheinbare Fläche wirkt, ist für sie ein reich gedeckter Tisch.
Auch die Möwen sind allgegenwärtig. Mal schwimmen sie ruhig auf dem Wasser, mal beobachten sie ihre Umgebung von einem Pfahl aus. Sie gehören zu unserer Küstenlandschaft wie Wind, Wasser und der weite Himmel.
Besonders auffällig ist der Steinwälzer mit seinem kontrastreichen Gefieder und den orangefarbenen Beinen. Seinen Namen trägt er nicht zufällig: Auf der Nahrungssuche dreht er kleine Steine, Muscheln und anderes Material um, um darunter Verborgenes aufzuspüren.
Und dann genügt manchmal ein Blick nach oben. Auf einer Leitung haben sich Schwalben aufgereiht – mit Abstand voneinander, beinahe so, als hätte jemand die Komposition für das Foto geplant.
Sechs kleine Beobachtungen eines Tages. Keine spektakulären Naturschauspiele, sondern alltägliche Szenen am Wasser. Gerade darin liegt für mich ihr Reiz: Natur findet oft direkt vor unseren Augen statt. Man muss nur stehen bleiben und hinschauen.























